Es gibt drei Abrechnungsmodelle: Raummiete plus Einzelposten, Mindestumsatz und Pauschale pro Person. Sie führen zu völlig unterschiedlichen Angeboten für dieselbe Veranstaltung — und genau deshalb lassen sich Locations so schwer vergleichen.
Der größte Kostenblock ist in aller Regel nicht der Raum, sondern die Verpflegung. Und der praktische Budgetanker für deutsche Firmen ist der 110-Euro-Freibetrag pro Mitarbeiter, weil darüber hinaus Steuer anfällt.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht „Was kostet die Location?", sondern „Was ist im Preis enthalten und was kommt noch dazu?". Weiter unten stehen die Posten, die im ersten Angebot fast immer fehlen.
Drei Angebote für dieselbe Firmenfeier, und alle drei sehen aus, als ginge es um verschiedene Veranstaltungen. Das eine nennt eine Raummiete und sonst kaum etwas. Das zweite nennt gar keine Miete, dafür einen Mindestumsatz. Das dritte nennt einen Preis pro Person, der auf den ersten Blick hoch wirkt.
Das ist kein Zufall und auch keine Trickserei. Es sind drei etablierte Modelle, die jeweils für andere Veranstaltungen gedacht sind. Wer sie kennt, kann Angebote in zehn Minuten vergleichbar machen.
Die drei Preismodelle
Modell 1: Raummiete plus Einzelposten
Ihr zahlt eine feste Miete für den Raum und darüber hinaus jede Leistung einzeln: Catering, Getränke, Technik, Personal, Reinigung.
Vorteil: Maximale Transparenz und Freiheit. Ihr seht genau, wofür ihr zahlt, und könnt einzelne Posten selbst besetzen.
Nachteil: Die Summe steht erst am Ende fest, und die Zahl der Einzelposten ist größer, als man denkt. Dieses Modell erzeugt die meisten Nachträge.
Passt für: Veranstaltungen mit eigenem Dienstleisternetz, Produktpräsentationen mit ungewöhnlichem Aufbau, Events ohne klassisches Essen.
Modell 2: Mindestumsatz
Es gibt keine oder eine geringe Raummiete. Stattdessen verpflichtet ihr euch, für Speisen und Getränke eine bestimmte Summe auszugeben. Wird sie nicht erreicht, zahlt ihr die Differenz trotzdem.
Vorteil: Bei ordentlicher Verpflegung zahlt ihr faktisch keine Miete. Für gut besuchte Abendveranstaltungen oft das günstigste Modell.
Nachteil: Der Betrag ist bindend. Wenn zwanzig Prozent der Angemeldeten kurzfristig absagen, zahlt ihr für Essen, das niemand isst.
Passt für: Feiern mit gesicherter Gästezahl, langem Abend und Getränkekonsum — also die klassische Weihnachtsfeier.
Modell 3: Pauschale pro Person
Ein Preis pro Gast, in dem ein definierter Leistungsumfang steckt: Raum, Menü oder Buffet, meist ein Getränkepaket, Grundtechnik und Service.
Vorteil: Planbar. Ihr multipliziert mit der Gästezahl und wisst, woran ihr seid. Für Budgetfreigaben und die steuerliche Berechnung ist das mit Abstand das bequemste Modell.
Nachteil: Weniger Spielraum bei Sonderwünschen, und der Leistungsumfang muss genau gelesen werden. „Getränkepauschale" heißt nicht überall dasselbe.
Passt für: Firmenfeiern mit klarer Teilnehmerzahl, Tagungen und alles, was gegen den 110-Euro-Freibetrag gerechnet wird.
Fragt aktiv nach dem Modell, das zu eurer Veranstaltung passt — viele Häuser rechnen auf Wunsch anders. Und lasst euch bei einem Mindestumsatz immer sagen, was passiert, wenn die Gästezahl sinkt. Diese eine Frage entscheidet über euer Risiko.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Unabhängig vom Modell steckt am Ende dasselbe dahinter. Diese Übersicht hilft beim Nachrechnen — und beim Erkennen, was in einem Angebot fehlt.
| Posten | Was dahintersteckt | Schwankung |
|---|---|---|
| Verpflegung | Menü oder Buffet, Sonderkost, Mitternachtssnack | sehr hoch |
| Getränke | Pauschale oder nach Verbrauch, Weinbegleitung, offene Bar | sehr hoch |
| Raum | Miete oder im Paket, abhängig von Größe und Termin | mittel |
| Service | Personal für Küche, Bar und Betreuung | mittel |
| Technik | Ton, Licht, Bühne, Beamer — und die Betreuung dazu | mittel |
| Musik | DJ, Band oder Playlist, plus Künstlersozialabgabe | hoch |
| Dekoration | Tischdeko, Blumen, Beleuchtung, Branding | hoch |
| Anreise und Rückfahrt | Shuttle, Taxibudget, Parken | mittel |
| Übernachtung | Zimmerkontingent für weiter angereiste Gäste | mittel |
| Nebenkosten | Reinigung, Strom, Auf- und Abbau, Verlängerung | niedrig, aber oft vergessen |
In der Praxis machen Verpflegung und Getränke zusammen fast immer den größten Anteil aus. Wer sein Budget senken will, setzt deshalb dort an — nicht bei der Dekoration.
Die Posten, die im ersten Angebot oft fehlen
Nicht aus Absicht, sondern weil sie erst entstehen, wenn der Ablauf feststeht. Fragt sie trotzdem gleich ab:
- Servicepauschale — häufig als Prozentsatz auf Speisen und Getränke, taucht im Erstangebot selten auf.
- Endreinigung — meistens fix, manchmal abhängig von Gästezahl oder Aufwand.
- Technikbetreuung — die Anlage ist eine Sache, jemand der sie bedient eine andere.
- Verlängerungsstunden — was kostet es, wenn aus 1 Uhr am Ende 3 Uhr wird? Diese Frage stellt sich zuverlässig am Abend selbst.
- Korkgeld — die Gebühr für mitgebrachte Getränke oder eine externe Torte.
- Früherer Zugang und Abbau am Folgetag — wer aufwendig dekoriert oder eine Bühne braucht, kommt mit dem regulären Zeitfenster nicht aus.
- Strom und Sonderanschlüsse — relevant bei Bands, Foodtrucks oder eigener Technik.
- Sicherheits- oder Ordnungsdienst — je nach Größe und Konzept.
- GEMA — fällt bei euch an, nicht bei der Location. Details stehen in unserer Checkliste zum Firmenevent.
Was den Preis am stärksten bewegt
Vier Stellschrauben entscheiden mehr über die Summe als alles andere:
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Der Termin
Ein Samstag im Dezember ist die teuerste Kombination im Jahr. Ein Donnerstag im November oder ein Freitag im Januar liegt oft deutlich darunter — bei identischer Leistung. Wenn euer Termin flexibel ist, sagt es bei der Anfrage.
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Die Dauer
Jede zusätzliche Stunde kostet Personal, Getränke und Reinigung. Ein Abend von 18 bis 24 Uhr ist ein anderes Budget als einer bis 3 Uhr — und oft nicht der schlechtere Abend.
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Das Getränkekonzept
Pauschale oder nach Verbrauch? Die Pauschale ist planbar und meist die ruhigere Wahl. Abrechnung nach Verbrauch kann günstiger sein, ist aber nicht kalkulierbar — und macht am Ende des Abends niemandem Freude.
-
Die Bestuhlung
Ein Bankett mit runden Tischen braucht rund doppelt so viel Fläche pro Gast wie ein Stehempfang. Das entscheidet, welchen Raum ihr überhaupt braucht — und damit einen erheblichen Teil des Preises.
Der 110-Euro-Anker
Für deutsche Firmen ist die Budgetfrage praktisch vorentschieden: Pro Mitarbeiter und Veranstaltung bleiben 110 Euro steuerfrei, für bis zu zwei Betriebsveranstaltungen im Jahr. Was darüber liegt, ist steuerpflichtig und lässt sich pauschal mit 25 Prozent versteuern.
Wichtig ist, dass in diese 110 Euro alles hineinzählt — inklusive Umsatzsteuer, inklusive Shuttle, inklusive Hotelzimmer, inklusive Raummiete und Musik. Wer nur das Menü gegen die Grenze rechnet, liegt am Ende darüber, ohne es geplant zu haben. Der ausführliche Teil dazu steht im Leitfaden zur Firmenweihnachtsfeier.
Branchenportale nennen für private Feiern wie Hochzeiten Orientierungswerte von etwa 60 bis 120 Euro pro Person allein für das Catering. Firmenveranstaltungen liegen häufig darunter, weil sie kürzer sind und einfacher ausgestattet — und weil eben gegen die 110 Euro gerechnet wird. Das sind Marktwerte zur Einordnung, keine Preise unseres Hauses. Konkrete Zahlen bekommt ihr bei uns mit dem Angebot, weil sie von Termin, Gästezahl und Ablauf abhängen.
Zehn Fragen, die Angebote vergleichbar machen
Schickt diese Liste bei jeder Anfrage mit. Wer sie beantwortet, liefert ein vergleichbares Angebot — und wer ausweicht, sagt euch damit auch etwas.
- Nach welchem Modell rechnet ihr ab: Miete, Mindestumsatz oder Pauschale?
- Was genau ist im genannten Preis enthalten?
- Kommt eine Servicepauschale dazu und wie hoch ist sie?
- Wie wird abgerechnet, wenn weniger Gäste kommen als gemeldet — und bis wann kann ich die Zahl korrigieren?
- Was kostet eine Stunde Verlängerung?
- Sind Reinigung, Auf- und Abbau enthalten?
- Welche Technik ist dabei, und ist jemand da, der sie bedient?
- Dürfen wir eigenes Catering oder eigene Getränke mitbringen, und fällt Korkgeld an?
- Ab wann haben wir Zugang zum Raum und bis wann müssen wir raus sein?
- Was ist die Anzahlung, und wie sind die Stornofristen gestaffelt?
Wo Sparen sinnvoll ist — und wo nicht
Sinnvoll sparen lässt sich beim Termin (Wochentag statt Samstag, November statt Dezember), bei der Dauer, beim Getränkekonzept, beim Format (Buffet statt Menü, Stehempfang statt Bankett) und bei der Dekoration — die erinnert hinterher ohnehin niemand.
Nicht sparen solltet ihr beim Service, weil zu wenig Personal an der Bar den ganzen Abend prägt. Nicht bei der Technikbetreuung, weil ein ausfallendes Mikrofon während der Rede der Geschäftsführung teurer ist als jede Betreuungspauschale. Und nicht beim Heimweg — das ist der einzige Posten, bei dem Sparen ein echtes Risiko bedeutet.
Häufige Fragen
Bei gesicherter Gästezahl und einem langen Abend mit Verpflegung ist der Mindestumsatz oft am günstigsten, weil faktisch keine Raummiete anfällt. Bei unsicherer Teilnehmerzahl ist die Pauschale pro Person das kleinere Risiko. Raummiete plus Einzelposten lohnt sich vor allem, wenn ihr eigene Dienstleister mitbringt.
Ein Mindestumsatz ist eine vereinbarte Summe für Speisen und Getränke. Wird sie nicht erreicht, ist die Differenz trotzdem zu zahlen. Klärt deshalb vor der Unterschrift, bis wann ihr die Gästezahl anpassen könnt.
Fast immer Verpflegung und Getränke zusammen. Der Raum selbst macht meist einen deutlich kleineren Anteil aus, als Kunden erwarten. Wer sein Budget senken will, verändert also Menüform, Getränkekonzept oder Dauer.
Servicepauschale, Endreinigung, Technikbetreuung, Verlängerungsstunden, Korkgeld für mitgebrachte Getränke, früherer Zugang und Abbau am Folgetag, Strom für Bands oder Foodtrucks sowie ein möglicher Ordnungsdienst. Die GEMA-Anmeldung liegt zusätzlich bei euch, nicht bei der Location.
Pro Mitarbeiter und Veranstaltung bleiben 110 Euro steuerfrei, für bis zu zwei Betriebsveranstaltungen im Jahr. In diese Summe zählen alle Aufwendungen inklusive Umsatzsteuer, also auch Raum, Musik, Shuttle und Übernachtung. Wer nur das Essen dagegenrechnet, überschreitet die Grenze unbeabsichtigt.
Quellen & Stand
- Preismodelle und typische Zusatzkosten von Eventlocations: event-arena.net
- Steuerlicher Freibetrag für Betriebsveranstaltungen: § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1a EStG, Übersicht bei Haufe
- Genannte Marktwerte dienen der Einordnung und sind keine Preise von aircraft events.
- Stand August 2026. Dieser Text ersetzt keine Steuerberatung.