Die kurze Antwort

Nicht die Quadratmeter entscheiden über die Gästezahl, sondern die Bestuhlung. Als Faustregel pro Person: Stehempfang 0,7 m², Reihenbestuhlung 0,8 m², lange Tafel 1,2 m², Bankett mit runden Tischen 1,5 m², Parlament oder U-Form 2,0 m².

Dazu kommt, was keine Formel abbildet: Bühne, Buffet, Bar, Tanzfläche, Garderobe und Verkehrswege. Rechnet dafür je nach Konzept mit 20 bis 35 Prozent der Fläche, die dann für Gäste nicht mehr zur Verfügung steht.

Konkret bei uns: Der Hangar mit 820 m² fasst 1.100 Gäste im Stehempfang, aber 500 am Bankett. Die Skylounge 250 beziehungsweise 120, die Heli Base 280 beziehungsweise 140.

Die häufigste Frage bei jeder Locationanfrage lautet: „Passen wir da rein?" Und die häufigste Antwort ist unbefriedigend, weil sie „kommt darauf an" lautet.

Sie stimmt trotzdem. Ein Raum, in dem 280 Menschen bequem einen Sektempfang feiern, wird mit runden Tischen für 140 Gäste eng. Wer das nicht weiß, plant entweder zu klein — oder bucht eine Halle, in der achtzig Leute verloren wirken. Beides passiert regelmäßig, und beides lässt sich mit fünf Zahlen vermeiden.

Die fünf Bestuhlungsarten

Stehempfang oder Cocktail

Keine Sitzplätze außer ein paar Stehtischen. Die dichteste Form der Belegung und die kommunikativste: Menschen bewegen sich, Gruppen mischen sich. Rechnet mit rund 0,7 m² pro Person.

Gut für: Empfänge, Netzwerkveranstaltungen, Produktvorstellungen, den ersten Teil eines Abends. Nicht gut für: Alles über drei Stunden — irgendwann wollen Menschen sitzen.

Reihenbestuhlung (Kino oder Konzert)

Stühle in Reihen ohne Tische, alle blicken nach vorn. Sehr platzeffizient, aber nur für einen Zweck geeignet: Zuhören. Rechnet mit rund 0,8 m² pro Person, inklusive der vorgeschriebenen Gänge.

Gut für: Vorträge, Preisverleihungen, Konzerte, Betriebsversammlungen. Wichtig: Fluchtwege und Gangbreiten sind hier keine Empfehlung, sondern Vorschrift — die Location plant das, ihr müsst nur die richtige Personenzahl melden.

Lange Tafel

Durchgehende Tische, an denen alle sitzen. Erzeugt ein starkes Gemeinschaftsgefühl und wirkt festlich. Rechnet mit rund 1,2 m² pro Person.

Gut für: Hochzeiten, Jubiläen, Feiern mit klarem gemeinsamem Moment. Nachteil: Man spricht nur mit vier Nachbarn den ganzen Abend. Bei über sechzig Personen wird eine einzelne Tafel unpraktisch, dann besser mehrere parallele.

Bankett mit runden Tischen

Runde Tische für acht bis zehn Personen. Der Klassiker für Galaabende, weil jeder mit jedem am Tisch reden kann. Rechnet mit rund 1,5 m² pro Person — die platzhungrigste Variante mit Ausnahme von Seminarbestuhlungen.

Gut für: Galadinner, Weihnachtsfeiern mit Menü, Hochzeiten ab hundert Gästen. Denkt daran: Bei runden Tischen sitzen immer ein paar Gäste mit dem Rücken zur Bühne.

Parlament, U-Form oder Sesselkreis

Seminarbestuhlungen mit Tischen zum Schreiben oder im offenen Kreis. Die platzintensivsten Formen überhaupt. Rechnet mit rund 2,0 m² pro Person, bei U-Form je nach Zuschnitt auch mehr.

Gut für: Schulungen, Workshops, Tagungen. Faustregel: Eine U-Form funktioniert bis etwa 30 Personen, darüber sitzen die Außenplätze zu weit auseinander.

Runde Bankett-Tische mit weißer Bestuhlung und Kronleuchtern bei aircraft events
Moderner Tagungsraum in U-Form-Bestuhlung mit Präsentationstechnik
Zwei Extreme: Das Bankett braucht 1,5 m² pro Gast, die U-Form rund 2,0 m² — bei gleicher Personenzahl also fast der doppelte Raum wie beim Stehempfang.

Die Faustregeln auf einen Blick

BestuhlungFläche pro Person100 Gäste brauchenGeeignet für
Stehempfangca. 0,7 m²ca. 70 m²Empfang, Netzwerken
Reihen (Kino)ca. 0,8 m²ca. 80 m²Vortrag, Konzert
Lange Tafelca. 1,2 m²ca. 120 m²Festliches Essen
Bankett rundca. 1,5 m²ca. 150 m²Gala, Menü
Parlament / U-Formca. 2,0 m²ca. 200 m²Seminar, Workshop
Das sind Richtwerte, keine Vorschriften

Die tatsächliche Kapazität hängt am Zuschnitt des Raums, an Säulen, Türen und Fluchtwegen. Verbindlich ist immer die Angabe der Location — die kennt ihre Brandschutzauflagen. Diese Werte helfen euch, im Vorfeld realistisch zu planen und Angebote einzuordnen.

Was vom Raum übrig bleibt

Hier machen die meisten Planungen den entscheidenden Fehler: Sie rechnen die volle Raumfläche gegen die Gästezahl. Tatsächlich gehen erhebliche Flächen für andere Dinge ab.

  • Bühne — für eine Band mit Technik schnell 25 bis 40 m², für ein Rednerpult reichen 6 m².
  • Buffet — pro Buffetstraße rund 15 m², plus Anstellfläche davor. Zwei Straßen sind bei über 150 Gästen fast Pflicht, sonst steht die halbe Feier in der Schlange.
  • Bar — je nach Länge 10 bis 20 m², ebenfalls mit Platz davor.
  • Tanzfläche — rechnet mit etwa 0,5 m² pro Gast, der tatsächlich tanzt. Erfahrungswert: Etwa die Hälfte der Gäste tanzt gleichzeitig, also grob 0,25 m² pro eingeladener Person.
  • Verkehrswege — Gänge zwischen Tischen, Zugang zu Ausgängen, Weg zur Bar. Das ist keine Nebensache, sondern entscheidet darüber, ob sich ein Abend leicht oder zäh anfühlt.
  • Garderobe, Empfangstresen, Technikplatz — zusammen oft weitere 15 bis 25 m².

In Summe gehen je nach Konzept 20 bis 35 Prozent der Fläche für Gäste verloren. Ein Raum mit 400 m² bietet für Bankettbestuhlung also realistisch nicht 265 Plätze, sondern eher 180 bis 210.

So rechnet ihr selbst

  1. Bestuhlung festlegen

    Bankett, Tafel, Stehempfang oder Reihen? Das folgt aus dem Ablauf, nicht aus dem Raum. Ein Menü braucht Sitzplätze, ein Empfang nicht.

  2. Grundbedarf ausrechnen

    Gästezahl mal Faustwert. Beispiel: 180 Gäste am Bankett ergibt 180 × 1,5 = 270 m².

  3. Zuschlag für Aufbauten

    Bühne, Buffet, Bar, Tanzfläche zusammenzählen. Im Beispiel: Bühne 30, zwei Buffetstraßen 30, Bar 15, Tanzfläche 45 — macht 120 m².

  4. Verkehrswege aufschlagen

    Rund 15 Prozent auf die Summe. Im Beispiel: 390 m² plus 15 Prozent ergibt rund 450 m².

  5. Gegen die Location prüfen

    Jetzt habt ihr eine belastbare Zahl für die Anfrage — und merkt sofort, ob ein angebotener Raum passt oder ob jemand optimistisch gerechnet hat.

Unsere Räume im Vergleich

Zur Einordnung die tatsächlichen Werte unserer Räume. Alle Angaben als Richtwert, abhängig davon, wie viel Fläche Bühne, Buffet und Tanzfläche beanspruchen.

RaumFlächeStehempfangBankett rundLange TafelReihen
Hangar820 m²1.100500620950
Skylounge250120150250
Heli Base370 m²280140300
Seminarräume53–244 m²36 Parlament84
Grundriss des Hangars im Erdgeschoss mit 820 Quadratmetern für bis zu 1.200 Personen
Der Grundriss des Hangars: 820 Quadratmeter im Erdgeschoss. Solche Pläne helfen mehr als jede Zahl, weil sie zeigen, wo Bühne, Buffet und Bar wirklich hinpassen.

Drei Fehler, die immer wieder passieren

1 · Der zu große Raum

Achtzig Gäste in einer Halle für achthundert erzeugen keine Stimmung, sondern Hall. Ein Raum sollte zu etwa 70 bis 80 Prozent gefüllt sein, damit es lebendig wirkt. Wenn eure Gästezahl deutlich unter der Maximalkapazität liegt, fragt nach Abtrennung, Lichtsetzung oder einem kleineren Raum.

2 · Die vergessene Bühne

Die Gästezahl passt, die Band aber nicht mehr. Bühne, Technikplatz und der Bereich davor müssen von Anfang an in der Rechnung stehen — nachträglich Tische zu streichen ist unangenehm, wenn die Einladungen schon raus sind.

3 · Die Bestuhlung zu spät entscheiden

Bestuhlung und Gästezahl bedingen einander. Wer erst den Raum bucht und dann merkt, dass ein Menü statt eines Empfangs gewünscht ist, hat plötzlich die Hälfte der Plätze. Legt den Ablauf vor der Raumwahl fest, nicht danach.

Häufige Fragen

Das hängt von der Bestuhlung ab. Als Richtwert pro Person: Stehempfang 0,7 m², Reihenbestuhlung 0,8 m², lange Tafel 1,2 m², Bankett mit runden Tischen 1,5 m², Seminarbestuhlung in Parlament- oder U-Form rund 2,0 m². Bühne, Buffet, Bar und Tanzfläche kommen zusätzlich dazu.

Weil runde Tische nicht nur die Tischfläche selbst brauchen, sondern auch Platz für Stühle, für das Zurückschieben der Stühle und für Gänge zwischen den Tischen, durch die der Service laufen muss. Deshalb liegt der Bedarf mit rund 1,5 m² pro Person mehr als doppelt so hoch wie beim Stehempfang.

Rechnet mit etwa 0,5 m² pro tatsächlich tanzendem Gast. Da erfahrungsgemäß nie alle gleichzeitig tanzen, reicht meist eine Fläche von rund 0,25 m² pro eingeladener Person. Bei 200 Gästen sind das etwa 50 m².

Der Hangar umfasst 820 Quadratmeter und fasst als Richtwert 1.100 Gäste im Stehempfang, 500 beim Bankett mit runden Tischen, 620 an langen Tafeln und 950 bei Reihenbestuhlung. Skylounge und Heli Base sind kleiner: 250 beziehungsweise 280 Gäste im Stehempfang.

Ja, und das ist der häufigere Fehler. Ein Raum sollte zu etwa 70 bis 80 Prozent gefüllt sein, damit Stimmung entsteht. Bei deutlich geringerer Auslastung helfen Abtrennungen, gezielte Beleuchtung oder der Wechsel in einen kleineren Raum.

Quellen & Stand

  • Kapazitätsangaben unserer Räume: Eigene Werte, alle Angaben als Richtwert je nach Aufbau.
  • Die Flächenfaustregeln sind branchenübliche Planungswerte und ersetzen keine Prüfung durch die Location. Verbindlich sind die Brandschutz- und Versammlungsstättenauflagen des jeweiligen Hauses.
  • Stand August 2026.